Beatsteaks

Interview: Beatsteaks

Den Beatsteaks aus Berlin steht noch eine große Karriere ins Haus. Eine Menge erreicht haben sie aber schon. So waren die Fünf die erste Deutsche Band auf dem amerikanischen Kult-Label Epitaph und haben bereits einige ihrer Helden wie z.B. die SEX PISTOLS, SHELTER, PENNYWISE, NOFX und in diesem Jahr DIE ÄRZTE supportet. Im Januar erscheint ihr neues und drittes Album, im März folgt die Tour. 

Euer Album erscheint Anfang des kommenden Jahres und wird ‚Living Targets‘ heißen. Wie seid ihn auf den Titel gekommen?
Peter: Das war gar nicht so unsere Idee, sondern die von unserem Layouter. Der kam gleich mit dem Artwork an, weil Arnim ihm vorher so erzählt hatte, wie wir uns grade  so als Band fühlen. Wir hatten zwar vorher auch schon andere Titel, aber das Cover mit dem Titel hat so richtig getroffen.

Die Platte sollte ja eigentlich schon im letzten Juli, dann im Herbst letzten Jahres erscheinen. Und ganz plötzlich habt ihr angekündigt, noch einige Songs aufnehmen zu wollen, seid noch mal ins Studio gegangen und habt euch obendrein von Billy Gould (Faith No More – Bassist) produzieren lassen, wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?Arnim: Billy war ja früher Bassist von FAITH NO MORE und als der Name ins Spiel kam, waren wir gleich dabei, weil wir tierische FAITH NO MORE-Fans. 

Ihr habt ja auch mit denen gespielt, oder?
Arnim: Ja. Als wir hörten, dass der für uns fünf Pfeifen Zeit hätte; haben wir schnell ein Demo gemacht und rübergeschickt. Dann ging es ziemlich schnell und wir haben das im Juli hier in Berlin aufgenommen. Der Kontakt kam im Endeffekt durch unseren Manager, der mit Billy befreundet ist und das praktisch für uns an Land gezogen hat.

Und was war der Grund plötzlich noch ein paar Songs aufzunehmen?
Arnim: Wir haben angefangen mit dem Album –  das Album aufzunehmen letztes Jahr im Dezember. Sind in Köln dann nicht so richtig fertig geworden und haben von den zehn Songs, die wir gemacht haben auch nur sechs behalten. Dann war klar, mit sechs Songs können wir ja nun kein Album machen. Also: Songs schreiben, neuer Produzent am Start und noch mal ran. Deswegen hat sich der Realase auch immer wieder verschoben. Das war uns auch nicht recht, wir hätten das auch gerne gehabt, wenn Epitaph das jetzt schon veröffentlicht hätte, aber irgendwie wollten die nicht.

Die Platte ist sehr viel glatter und anders als ihre beiden Vorgänger. Wie kommt’s?
Arnim: Ich finde die gar nicht so anders als die Vorgänger. Die zweite Scheibe unterscheidet sich von der ersten schon ziemlich krass. Wir machen das halt irgendwie immer so… Die erste Platte war halt die erste Platte, die Zweite klang schon wieder anders und jetzt haben wir halt gerade unser drittes Album rausgebracht. Das liegt immer so an der Zeit, die dazwischen ist. Wir wollen uns ja nicht immer wieder wiederholen und wir werden ja auch ein bisschen versierter, was wir irgendwie gerne machen wollen. Was man jetzt halt gerne für Songs schreibt und was man irgendwie jetzt nicht machen will und irgendwie glatter – das klingt natürlich auf gar keinen Fall wie ’48/49′, weil wir damals… weil ich z.b. mein Instrument zu der Zeit grade mal 2 Jahre gespielt habe und wir viel ungestümer waren. 
Die Leute legen immer die Platten nebeneinander, aber dazwischen liegt so viel Zeit und so viel Spiel und so viel Erfahrung. Wir sind einfach nicht die Band, die immer wieder das gleiche Album macht – das können sich die Leute einfach abschminken. So sind wir nicht – so werden wir nicht sein… Unsere nächste Platte wird wahrscheinlich wieder ganz anders sein als diese jetzt. Wir gehen da immer so nach unserem Gefühl und diesmal hatten wir halt Bock auf ein sehr straightes, rockiges Album. Trotzdem mit Wut und trotzdem ziemlich traurig teilweise, finde ich. 

Ihr seid schon viel herumgekommen…
Peter: Ha, ha, ha, na überall waren wir ja nun nicht. Nach Japan würde ick gerne mal oder nach Australien…

Ihr ward schon fast überall auf  Tour, seid die erste deutsche Band auf dem legendären Epitaph Label, eure Fangemeinde wächst. Werdet ihr schon von Fans auf der Strasse erkannt und angesprochen?
Peter: Nee, da müssen wir die schon ansprechen. Nee, das passiert, aber wenn dann nur sehr, sehr rar gesät und dann wirklich nur, wenn man an die Plätze geht, wo man auch schon mal gespielt hat. Die Leute schmeissen sich noch nicht vor unseren Einkaufswagen.
Arnim: Wir haben ja nichts von so einem Popstardasein…

Immerhin seid ihr jetzt schon bei VIVA zusehen.
Arnim: Ja, gestern sind wir das erste Mal auf VIVA gelaufen. Hammer. Also Farin oder Bela (von DIE ÄRZTE Anm.d.Red.) – das sind Popstars. Leute, die seit 20 Jahren im Geschäft sind. Wir mit unseren drei Platten und mit unserem Clubshows, das sind ganz andere Kaliber. Die können wirklich nicht mehr vor die Tür gehen, ohne, dass sie angesprochen werden. Wir werden erkannt und das spielt sich alles immer in einer sehr freundlichen Art ab. Neulich z.B., da hat mich offensichtlich jemand erkannt und laß sogar UNCLE SALLY’S (Berliner Szene-Blatt Anm.d.Red.), packte das weg und verbeugte sich vor mir. Das war nett. 
Peter: …nicht so eine Hysterie.

Ihr ward dieses Jahr ja auch als  Vorgruppe mit den ÄRZTEN unterwegs. In einem Interview erklärte Farin euch vor kurzem zur besten „Liveband der Welt“ und auch sonst schwärmt die Band von euch. Was bedeutet euch das?
Arnim: Sehr viel! Weil, wir beide sind alte Ärztefans.
Peter: Ich hatte die ganze Wand zugekachelt mit denen. Bei dem schieren Gedanken daran, dass ich die mal treffen könnte, wurde mir schon ganz warm. Und irgendwie entwickelt sich eine Sache selber so, dass die plötzlich zu dir kommen und sagen: „Hey, wir nehmen euch mit auf Tour“. Das ist wie so ein kleiner Film und ich hoffe, dass man so was nicht ganz so schnell wieder vergisst. Das sind Träume, die in Erfüllung gehen. Du spielst mit denen in der Wuhlheide, was man vielleicht vor 4, 5 Jahren als „Was ist dein größter Traum“ in einem Aufsatz geschrieben hätte. Das realisiert man in dem Moment, wo man es wirklich selber grade macht gar nicht so.

Und wie hat euch das Publikum empfangen?
Peter: Extrem gut! Die waren extrem aufgeschlossen und wir haben uns auch sehr bemüht, denen zu zeigen, dass wir hoffentlich eine gute Supportband für DIE ÄRZTE sind.

Ihr wart eindeutig die Beste.
Peter: Ja, das haben die auch gesagt, das ist natürlich ein sehr großes Kompliment.
Arnim: Nee, war echt ne Show! Wir standen da ja auch vor 12.000 Leuten oder so, denen wir ähnlich sind. Wir stehen ja auch auf die Band, die nach uns kommt.  Wir hatten mit dem Publikum was gemeinsam und das haben wir dann meistens auch so gesagt. Wir wurden da echt immer ziemlich warmherzig empfangen.

Gibt es noch andere Bands, mit denen ihr gerne mal auf der Bühne stehen würdet?
Arnim: Ja, ne Menge! Mit wem würde ich denn gerne auf ner Bühne stehen? Zum Beispiel würde ich gerne mal mit THE CLASH auf der Bühne stehen, aber das wird wohl nichts mehr. Wir haben jetzt eine Platte rausgebracht und jetzt kommt UNSERE Tour und da stehen wir jetzt endlich mal wieder mit uns auf der Bühne. Darauf freuen wir uns grade tierisch drauf.

Ich wünsche euch einen erfolgreichen Release und eine fantastische Tour.
Arnim: Danke Dir. Hat uns Spass gemacht.

Foto: Warner Bros.

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Jana Böhm

Freie Journalistin und Autorin

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